Und wieder sitze ich im Bus und sehe die Landschaft an mir vorbeiziehen. Los ging es bei schönstem Sonnenschein am See entlang und dann an einem schneebedeckten Vulkan. Inzwischen bin ich im grünen (ergo, nassen) Süden der Nordinsel angekommen und über mir sind dicke Wolken. Und neben den Kuh- und Schafherden, Felder. :)
Eigentlich sollte ich heute noch in New Plymouth ankommen, aber mein Bus fiel wegen Motorproblemen aus, so dass ich nur bis Wanganui komme. Macht nichts, dafür habe ich den sonnig-warmen Vormittag statt im Bus auf dem Wochenmarkt verbracht, hübsche Ohrringe eingekauft, Bücher durchstöbert und einen leckeren Burger gegessen. Und ich denke, ich komme morgen Nachmittag noch einigermaßen früh genug an um mich ein wenig umzusehen, bevor am Montag die Arbeit losgeht...
Die letzten paar Tage waren wirklich schön, im Bus nach Tauranga habe ich Franziska (aus der Schweiz) und Cole (aus Kanada) kennengelernt, die zusammen unterwegs waren, und wir haben beschlossen, uns gemeinsam ein Hostel zu suchen. Dann waren wir im Supermarkt und haben anschließend zusammen gekocht - lecker Hühnchencurry - und unser Essen bei bestimmt noch 18°C auf der Terrasse verspeist. :)
Dort gabs am nächsten Morgen auch das Frühstück (in der schönsten Sonne, das hätte einen Sonnenbrand gegeben, wenn ich mich nicht eingecremt hätte!) und danach nahmen wir zusammen mit Colin aus Irland den Bus über die Brücke in den nächsten Ort, wo wir am Strand entlang zum Mount Maunganui liefen.
Den haben wir dann auch bestiegen, an Schafen und Klippen vorbei.
Schon der Blick beim Hinauflaufen ist toll, von ganz oben ist er aber natürlich noch besser.
Und wir konnten einem Paraglider beim Starten und in der Luft herumtollen zuschauen.
Danach ging es wieder nach unten und den Strand auf der anderen Seite der Landzunge entlang.
Der Sand war toll, total fein und wir fanden ein paar hübsche Muschel-Schnecken.
Am nächsten Tag nahmen wir uns einen Mietwagen (fantastische Idee, wenn alle drei Fahrer den Linksverkehr nicht gewohnt sind - aber wir kamen heil an) und fuhren nach Hobbiton, wo der Hobbit-Teil von Herr der Ringe gedreht wurde. Es war sehr interessant und lustig zu sehen, aber leider muss man eine Einverständniserklärung abgeben, dass keines der Fotos je im Internet landen wird - wer also Fotos sehen will, muss das mit mir persönlich ausmachen... ;)
Danach gab's noch eine Schafscher-Demonstration (das Gelände ist eigentlich ein Schafbauernhof...).
Ich ging dann anschließend noch in das heiße Salzwasserbad am Mt. Maunganui um ein bisschen zu entspannen und als ich zurück im Hostel ankam, hatte Colin von seinem Tag beim Angeln ein halbes Dutzend Fische mitgebracht, die er für uns kochte. Die waren vielleicht lecker...!
Am nächsten Morgen ging es dann wieder früh raus, denn mein Bus nach Taupo ging um 7:00 Uhr.
Nachdem ich hier dem Studententagesrhythmus noch nicht erlegen bin, war das kein Problem und es war schön, quasi noch den ganzen Tag zu haben um Taupo zu erkunden. In mein Hostelzimmer konnte ich auch gleich einziehen, denn es war kaum was los und ich hatte ein 6erzimmer für mich alleine. Der Whirlpool (wegen dem ich mich für das Hostel entschieden hatte) war leider kaputt, aber wie sich herausstellen sollte, machte das gar nichts - doch dazu später. Erst einmal schlenderte ich an den Häusern mit den tollen Gärten vorbei in Richtung Zentrum und dann an dem wunderschönen, tiefblauen See entlang.
Mit einem Eiskaffee bewaffnet ließ ich meine Füße am Yachthafen im Wasser baumeln und schaute den schwarzen Schwänen und dem Wasserflugzeug zu.
Der See war schon warm genug zum Baden (zumindest schienen einige Leute davon überzeugt zu sein) aber mein Bikini lag natürlich noch im Hostel. Statt dessen bummelte ich ein bisschen, kaufte drei hübsche und sehr bequeme (und unverschämt günstige) neue Kleider und ließ mir in einem Weinladen gute Sauvignon Blancs aus Neuseeland empfehlen.
Am nächsten Tag beschloss ich, die nahe gelegenen Wasserfälle zu besuchen und ein Blick auf die Karte zeigte mir, dass man vom Hostel gut laufen konnte. Bis zum Beginn des Wanderweges war ich zwar fast eine Stunde unterwegs, aber dafür kam ich kurz darauf an einer kleinen Brücke vorbei, die über einen dampfenden Mini-Wasserfall führte, unter dem Leute badeten.
Ich beschloss, die Sache näher zu erkunden und fand heraus, dass der Wasserfall von einer heißen Quelle kam - fast zu heiß um sich darunter zu duschen, aber wo das heiße Wasser in den kühlen Fluss floss, war es sehr angenehm. Diesmal hatte ich den Bikini auch dabei und genoss das Bad.
Danach ging es weiter über Stock und Stein durch sehr schöne Landschaft zum Wasserfall, dessen Wasser ebenfalls tiefblau war.
Manche Leute trauten sich sogar ganz nah heran.
Von dort aus wies ein Schild mir den Weg zum nahe gelegenen Vulkanpark mit dem schönen Namen "Krater des Mondes".
Der Park war sehr faszinierend, er liegt in einer geothermal instabilen Region und aus vielen kleinen Kratern und Löchern in der Erde tritt heißer, schwefelhaltiger Wasserdampf aus, den man als kleine (oder größere) Dampfsäulen sehen (und riechen) kann.
Teilweise kann man am Rand der Krater auch schicke gelbe Schwefelkristall-Ablagerungen sehen.
Nach meinem Rundgang durch den Park nahm ich das Shuttle zurück in die Stadt und ging nochmal kurz beim Supermarkt vorbei, bevor meine Füße sehr froh darüber waren, wieder im Hostel angelangt zu sein.
TBC...
Eindrucksvolle Bilder aus der unteren Weltseite! Von den heissen Quellen und überhaupt dem vielen Wasser geht eine besondere Faszination aus! Die vulkanischen Relikte lösen bei mir Urzeitphantasien an...
AntwortenLöschenSchöne Bilderchen, bitte weiter so!
LH